Über mich / Meine Behandlungsphilosophie

Ich bin Verhaltenstherapeut mit einem klaren Schwerpunkt auf der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT). Was das im Kern bedeutet: Es geht nicht darum, unangenehme Gedanken und Gefühle wegzudrücken oder zu ignorieren — sondern darum, einen anderen Umgang mit ihnen zu finden, der es ermöglicht, das zu leben, was für Sie persönlich wirklich zählt.

Ich behandle keine Diagnosen. Ich arbeite mit Menschen.

Das klingt vielleicht selbstverständlich. Ist es aber nicht. Es bedeutet: Ich begegne Ihnen nicht als Experte, der von außen auf ein Problem schaut. Ich interessiere mich dafür, wer Sie sind, wie Ihr Leben gerade aussieht — und was es lebenswerter machen könnte. Humor, Offenheit und Mitgefühl haben in dieser Arbeit gleichermaßen Platz. Echte Begegnung auf Augenhöhe ist für mich kein Bonus, sondern Grundlage.

Was das Leben lebendig macht, lässt sich auf zwei Fragen zurückführen: Was ist mir wirklich wichtig? Und: Wer ist mir wirklich wichtig? Diese Fragen sind kein therapeutisches Programm — sie sind ein Kompass.

Beziehungen sind oft der Ort, an dem wir uns am lebendigsten fühlen. Und gleichzeitig der Ort, an dem wir am meisten leiden können. Ich möchte gemeinsam mit Ihnen daran arbeiten, die Beweglichkeit und die Fertigkeiten zu entwickeln, die ein erfüllteres Miteinander möglich machen.

Vieles, was uns quält und uns davon abhält, diesen Kompass zu folgen, lässt sich nicht einfach abstellen. Manches schon. Der schwierigste Teil ist oft herauszufinden, was was ist — und dann die innere Flexibilität aufzubauen, um entsprechend handeln zu können. Dieses Spannungsfeld ist kein Zeichen, dass etwas schiefläuft. Leiden gehört zur menschlichen Erfahrung — für Sie, für mich, für alle. Aber es lässt sich verändern, wie wir damit umgehen: ob wir dagegen ankämpfen oder ob wir lernen, beweglicher darauf zu reagieren — und trotzdem in Richtung dessen zu leben, was uns trägt.

Wenn es sinnvoll ist, greife ich auf das breite Repertoire klassischer und moderner Verhaltenstherapie zurück — von Expositionsverfahren und Sozialkompetenztrainings über Schematherapie bis hin zu achtsamkeitsbasierten Methoden. Das Werkzeug folgt der Person, nicht umgekehrt.

„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“
— Reinhold Niebuhr

Schwerpunkt Gruppentherapie

Ich arbeite schwerpunktmäßig mit Gruppen — in einem kombinierten Format aus Einzel- und Gruppentherapie, bei dem die Gruppe den Kern bildet.
Warum Gruppe? Weil vieles, was uns beschäftigt, im Kontakt mit anderen entsteht — und sich auch dort am wirksamsten verändern lässt. Eine Gruppe ist kein Kompromiss gegenüber dem Einzelsetting. Sie ist ein eigener therapeutischer Raum: ein Ort, an dem Erfahrungen nicht nur besprochen, sondern unmittelbar erlebt und neu gestaltet werden können — im echten Miteinander.
Ich plane geschlossene Gruppen: Die Teilnehmenden starten gemeinsam, begleiten sich durch den Prozess und schließen gemeinsam ab. Das schafft Verlässlichkeit, Vertrauen und Tiefe — Dinge, die für echte Veränderung nicht optional sind.
Die Gruppen sind diagnoseübergreifend. Nicht weil Unterschiede keine Rolle spielen, sondern weil das, worum es geht — Leiden, Beziehungen, Werte, Veränderung — alle Menschen verbindet, unabhängig von Diagnosen.

Vita

Ich habe Psychologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg studiert und meine therapeutische Ausbildung an der Tübinger Akademie für Verhaltenstherapie (TAVT) absolviert.
Meine praktische Erfahrung ist breit: Mehrere Jahre habe ich in Kliniken für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik gearbeitet. Als Fachdienstleitung bei einem freien Träger der Jugendhilfe habe ich über viele Jahre junge Menschen mit Psychosen, Traumafolgestörungen und Persönlichkeitsstörungen begleitet — in Beratung, Therapie und Supervision, und mit Verantwortung für konzeptionelle Entwicklung. Es folgte ambulante Tätigkeit in eigener Praxis sowie eine Phase als angestellter Psychotherapeut in der ausschließlich online arbeitenden Versorgung.
Was sich durch all diese Stationen zieht: die Überzeugung, dass gute Therapie nicht von der Diagnose ausgeht, sondern vom Menschen.